Die Finanzkrise 2008 / 2009
Wie kam die aktuelle Finanzkrise zustande und was
unterscheidet sie von den vorherigen?
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Objektiv betrachtet
- ist festzuhalten, dass unser über Jahrzehnte
hinweg bewährte "kapitalistische"
Geldsystem und die damit verbundene Zins / Zinseszins
- Mentalität, die eigentlichen Ursachen
der heutigen Finanzkrise sind und dass eine
Bankenkrise (laut Expertenkreisen) längst
überfällig war.
Subjektiv betrachtet -
hat die aktuelle Finanzkrise ihren Ursprung
im US-amerikanischen Subprime Markt. Als "Subprime-Kredite"
bezeichnet man Kredite, die wissentlich an Verbraucher
mit geringer Bonität vergeben werden. Obwohl
die Finanzierungsgeber hier regelmäßig
Ausfälle verbuchen müssen - so genannte
"faule Kredite" - sind diese Verluste
einkalkuliert und rechnerisch durch höhere
Zinsen und andere Tilgungsmodalitäten gegenfinanziert.
Volkswirtschaftlich problematisch war, dass
am US-Immobilienmarkt zu viele Hypothekenkredite
an Schuldner zweitklassiger Bonität vergeben
wurden. Aufgrund der Niedrigzinspolitik nach
der Dotcom-Krise erreichte insbesondere das
Hypothekenzinsniveau von variabel verzinslichen
Krediten einen Tiefstand.
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In Verbindung mit der Annahme eines dauerhaft steigenden
Immobilien-Preisniveaus und den niedrigen Zinskosten
wurde die Vergabe von Subprime-Krediten stark ausgeweitet,
was die Immobilienpreise vorerst weiter verteuerte.
Die variablen Kredite wurden mit der Eigenschaft
vergeben, zu festgelegten Terminen an das aktuelle
Hypothekenzinsniveau angepasst zu werden.
Durch die schrittweise Erhöhung des Leitzinses
ab 2004 von 1% auf 5,25% stieg das Hypotheken- zinsniveau
an, wodurch die Immobilienpreise stagnierten. Die
Anpassung der variablen Hypo- thekenkredite führte
zu einem unerwarteten Zahlungs- schock, welcher
nicht mehr durch den Anstieg des Häuserpreises
finanziert werden konnte. Daraus folgte letztendlich
eine Vielzahl von Zwangsversteigerungen der beliehenen
Immo- bilien. Die stark gestiegene Ausfallrate der
Subprime-Kredite führte zu einem Überangebot
an Häusern am Immobilienmarkt, wodurch der
Preisverfall der Immobilien ausgelöst worden
ist.
Tipp: Im Ratgeber
für die Finanzkrise finden die gute Tipps,
wie sie ihr Vermögen schützen können.
Folglich mussten zahlreiche amerikanische Immobilienbanken
hohe Abschreibungen geltend machen und letztlich
in die Insolvenz gehen. Diese Entwicklung bezeichnet
man als Subprime-Krise. In den deutschen Medien
ist jedoch eher von der "US Immobilienkrise"
die Rede. Diese Krise ist der Ursprung der aktuellen
Finanzkrise, die derzeit Medien und Politik dominiert,
denn diese Subprime-Kredite wurden auf dem amerikanischen
Finanzmarkt durch bestimmte Anlageformen gegenfinanziert.
Die Ansprüche der Finanzierungsgeber gegen
die Finanzierungsnehmer wurden zur Wertpapierpaketen
gebündelt und als forderungs- besichertes Wertpapier
vor allem an Investmentbanken und Hedgefonds veräußert.
Nachdem die Subprime Kredite durch die Zahlungsunfähigkeit
der Schuldner reihenweise ausfielen, mussten die Käufer
der Wertpapiere hohe Abschreibungen machen. In der
Folge kam es zu hohen Verlusten bei den beteiligten
Investmentbanken und der Abwicklung zahlreicher Hedgefonds.
Allerdings beschränkte sich die Auswirkung der
Subprime Krise nicht auf die unmittelbar beteiligten
Banken, sondern hatte weitreichende Auswirkungen auf
den Finanzmarkt. Diese Situation führte zu einem
deutlichen Rückgang von Investitionen auf dem
Markt, was in Kombination mit der durch die Krise
steigenden Liquiditätsbedarf der Banken zu einem
starken Anstieg der Zinsen auf dem internationalen
Geldmarkt führte. Auch waren die Banken kaum
noch bereit sich gegenseitig Kredite zu gewähren.
Trotz heftiger Gegenwehr der Zentralbanken und der
amerikanischen Politik weitete sich diese Krise schnell
aus und kam bereits Ende 2007 in Deutschland an.
Hier hatten insbesondere die staatlichen
Landesbanken - häufig in Ermangelung eines eindeutigen
Geschäftsplans und zur Steigerung des Umsatzes
- stark in die Subprime Wertpapiere der US- Baufinanzierer
investiert. Mit dem Wegfall der faulen Kredite mussten
zunächst die Sachsen LB und die IKB Deutsche
Industriebank hohe Abschreibungen machen, die die
Bankhäuser in eine existenzbedrohende Krise stürzten.
Diese erfasste auch die Bayern LB und West LB, deren
milliardenschwere Verluste durch Finanzspritzen der
Länder ausgeglichen werden musste. Auch hier
stieg der Geldhandel unter den Banken, der für
das gewinnbringende Wirtschaften der Häuser evident
wichtig ist, auf ein sehr hohes Zinsniveau an, was
trotz Gegensteuerung der EZB einige Banken in Liquiditätsprobleme
brachte.
Insbesondere die Hypo Real Estate
geriet in bedrohliche Liquiditätsprobleme, da
es einer Tochtergesellschaft der Bank aufgrund des
hohen Zinsniveaus nicht gelang, anfallende Verbindlichkeiten
durch Kreditaufnahme zu finanzieren.
Dieser Werdegang verdeutlicht die
Unterschiede zu den bisherigen Finanzkrisen, insbesondere
der Weltwirtschaftskrise 1929 und dem Platzen der
"Dotcom-Blase" im März 2000. Diese
weltweiten Finanzkrisen entstanden ausschließlich
durch die starke Überbewertung bestimmter Wertpapiere,
die in einem Börsenkrach resultierte.
In der Folge brachen die Kurse der
überbewerteten Wertpapiere ein. Die Folge war
ein Liquiditätsverlust des Marktes. Die aktuelle
Finanzkrise hat ihren Ursprung hingegen in dem Wertverlust
bestimmter Forderungen. Ein Zusammenhang mit Überbewertung
ist erstmals nicht gegeben. Nun überlegen sämtliche
Länder, wie eine staatliche
Rettung aussehen könnte.
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