Inflation
Informationen über ihre Entstehung und Auswirkungen
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In der Volkswirtschaftslehre wird die Inflation
als ein ständiger und signifikanter Anstieg
des Preisniveaus bezeichnet. Hierbei verändert
sich das Austauschverhältnis zwischen
Geld und allen anderen Gütern zu Lasten
des Geldes, d. h. man erhält für
eine Geldeinheit weniger Güter bzw. man
muss für Güter mehr Geld bezahlen,
so dass die Güter teurer werden. Aufgrund
dessen versteht man unter einer Inflation
auch eine sogenannte Geldentwertung. Um alle
anderen Güter greifbar zu machen, werden
Warenkörbe bzw. Indizes definiert. Die
Inflationsrate hat zudem einen signifikanten
Einfluss auf den Wertpapier- bzw. Devisenhandel,
weshalb sie vor allem bei Forex Tradern unter
stetiger Beobachtung steht.
Wenn man vom einfachen Marktkreuz
ausgeht, bei dem der Preis von einer Ware vom
Schnittpunkt der Angebots- und Nachfragekurve
bestimmt wird, dann kann man die Inflation zunächst
auf angebots- und nachfrageseitige Ursachen
zurückführen. Bei der Angebotskurve
steigt das Angebot mit steigendem Preis und
die Nachfrage bei der Nachfragekurve sinkt mit
steigendem Preis.
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Die Nachfragekurve wird immer weiter
nach rechts verschoben, sofern man die nachfrageseitigen
Ursachen als Ursache für steigende Preise versteht
und bei den angebotsseitigen Ursachen wird die Angebotskurve
immer weiter links verschoben.
Ein weiterer Grund für eine Inflation ist die
sogeannte Quantitätsgleichung Y*P=M*U, wobei
M die Geldmenge "U" die Umlaufgeschwindigkeit
des Geldes, "P" das Preisniveau und "Y"
die reale Produktion ist. Man kann an dieser Gleichung
erkennen, dass das Preisniveau P=M*U/Y immer dann
höher wird, wenn eine Zunahme der Geldmenge M
bzw. eine Umlaufgeschwindigkeit des Geldes U oder
eine Minderung der realen Produktion Y statt findet.
Somit können nachfrageseitige oder angebotsseitige
begründete Preissteigerungen immer nur in diesen
drei Fällen durchgesetzt werden. Es stellte sich
bislang heraus, dass eine Inflation meist dann erscheint,
wenn eine Ausweitung der Geldmenge M durch die Zentralnotenbank
statt findet. Dies bedeutet, dass die Inflation mittels
einer restriktiven Geldpolitik verhindert werden kann.
Die Inflation kann man in unterschiedliche
Geschwindigkeiten (Hyperinflation, galoppierend, trabend
und schleichend) und Phasen (akzelerierte, stabilisierte
bzw. dezelerierte Phase) einteilen.
Bei einer leichten
Inflation (ca. 0-5 % Wertverlust im Jahr) gibt
es eine nachfragefördernde Wirkung, weil die
Menschen ihr Geld investieren oder ausgeben wollen.
Natürlich verlagen sie für die Investitionen
noch eine Liquiditätsprämie, sodass die
Renditen deutlich über die jeweilige Inflationsrate
liegen müssen.
Bei der schweren
Inflation (ca. mehr als 5 % Wertverlust im
Jahr) verliert das Geld seinen eigentlichen Wert schneller
als die anderen Güter (z. B. Aktien, Immobilien)
und aufgrunddessen büßt man die Wertaufbewahrungs-
bzw. Wertmaßstabsfunktion ein. Stattdessen werden
Ersatzwährungen verwendet (z. B. Zigaretten).
Man flüchtet in wertstabile Sachwerte oder Kapitalanlagen.
Das Kapitalangebot nimmt auf den Kapitalmärkten
ab, weil die Anbieter aufgrund der Inflation mit Werteverzehr
rechnen und der Kapitalzins steigt an. Somit werden
langfristige Kredite meist nicht mehr angeboten und
auch schon gar nicht mehr mit einem festen Zinssatz.
Somit besteht auch für den Kreditnehmer keine
Planungssicherheit mehr. Die bisher knapp lohnenden
Investitionen werden aufgrund den Zinssteigerungen
unrentabel und Unternehmen, deren Rendite nicht mehr
ausreicht, gehen in Insolvenz. Ferner steigt bei einer
schweren Inflation auch die Umlaufgeschwindigkeit
des Geldes, weil das Geld immer wieder entwertet wird
und es niemand lange behalten will. Wenn nicht genügend
werthaltiges Sachkapital produziert werden kann, so
versuchen die Menschen in Devisen anzulegen. Dies
beschleunigt jedoch die Entwertung des Geldes. Oftmals
gibt es nach Inflationen Währungsreformen.
Sehr schwere Inflationen,
die monatliche Wertverluste von mehr als 50 % aufweisen,
werden als Hyperinflationen bezeichnet, die in der
Geschichte oftmals deshalb abgebrochen worden sind,
weil selbst der jeweilige Realwert des entsprechenden
Papiers zu dem Drucken der Banknoten weitaus höher
war als der jeweilige Wert von einer Banknote.
Schwere resp. bedeutende Inflationen konnte man beispielsweise
um 1923 herum in Deutschland, Ungarn und Österreich
(sog. Deutsche Inflation von 1914 bis 1923) oder aber
auch aufgrund des Ölpreisschocks in den '70er
Jahren feststellen.
Lesen Sie hierzu auch Informationen
zur Deflation
>>
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