Wie man des Öfteren feststellt, gehen politische Entscheidungen immer wieder etwas an der Realität vorbei bzw. sind entweder kaum praktikabel oder haben mehr Nachteile als Vorteile. Von Bürgernähe ist da nichts zu spüren, was mitunter auch daran liegen mag, dass hohe politische Ämter durch immer jüngere und unerfahrenere Personen bekleidet werden. Eines der jüngeren Beispiele ist der derzeitige Gesundheitsminister, der zum einen konstruktive Vorschläge bei der Gesundheitsreform gemacht hat, aber nun zurückgepfiffen wurde und mit einer Gesundheitsreform “light” nun wieder lediglich die Krankenversicherten schröpfen darf. An eine Mehrbelastung der Pharmaindustrie bzw. eine Überdenkung der Medikamentenpreise darf nicht einmal gedacht werden, obwohl nirgendwo in Europa die Preise für Medikamente so hoch sind, wie in Deutschland. Tragen müssen es einmal wieder die Bürger mit erhöten Krankenkassenbeitragssätzen.

Früher wurden Entscheidungen noch von Politikern getroffen, die selbst über langjährige Praxis in der Wirtschaft verfügten und in Bereichen Minister wurden, in denen sie sich bestens auskannten. Man wird das Gefühl nicht los, dass heutzutage kann irgendwie jeder Politiker Minister werden kann und das dazu noch in Bereichen, von denen er kaum eine Ahnung hat. “Geleitet” werden die meisten Entscheidungen mittlerweile sowieso von Lobbyisten, weshalb ein “allzu fachkundiger” Minister sich da eher als störend erweisen würde. Von Bürgernähe keine Spur! Wirtschaftliche Interessen stehen klar im Vordergrund politischer Entscheidungsträger.
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